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Erste Basistricks

Du hast einen Lenkdrachen und kannst ihn in der Luft halten. Du hast gelernt ohne Hilfe zu starten und Loopings zu fliegen. Wie geht es nun weiter? Wie bringst Du Deinem Kite bei, all die Tricks zu machen, die Du andere Lenkdrachen hast ausführen sehen?  

Abgesehen von dem sanften, flinken Umgang mit den Leinen, bewegen erfahrene Piloten ihre Füße genau so viel wie ihre Hände. Ein paar Schritte in Windrichtung bei gleichzeitigem nach vorne Schwingen der Arme kann den Drachen beträchtlich verlangsamen, was dramatische "Stalls" oder "Axels" erlaubt. Als Stall bezeichnet man, wenn der Kite mit der Nase nach oben aber bewegungslos am Himmel verharrt ( der Kite erscheint kurzzeitig wie am Himmel festgenagelt). Der Axel bezeichnet eine komplette Drehung des Kites (horizontale Rotation um die eigene Achse auf dem "Bauch") aus einem Stall heraus.

Axel

Um den Drachen zu "axeln", zieht der Pilot an einer Leine (engl. "to tug") während er gleichzeitig durch Vorstrecken der anderen Hand Leine nachgibt (engl. "to give slack"). Ein kurzer, scharfer Zug, der Kite legt sich auf den Bauch (Vorderseite = unten, während er noch i.d. Luft schwebt) und vollführt ein ganze Drehung, bevor er sich mit der Nase nach oben wieder aufrichtet und aufwärts fliegt. Achte darauf genug Slack zu geben, damit sich die Leine nicht um die Flügelspitzen wickelt.

Turtle

'Die' Turtle (Schildkröte) beginnt auf die selbe Weise (Stall), jedoch wird der Kite durch schnelles und gleichzeitiges Nachgeben beider Leinen (Backflip) auf den Rücken gelegt und verharrt dort (wie die Schildkröte) eine Weile, ohne zu drehen. (Anmerkung: Oft wird die Endposition des Tricks fälschlich als Backflip bezeichnet).

Lazy Susan

Basis dieses Manövers bildet der Trick "Turtle". Wie oben beschrieben, wird der Drachen mittels Backflip (gleichzeitiges, schnelles Nachgeben beider Leinen) auf den Rücken geworfen. Statt ihn dort längere Zeit verharren zu lassen, entscheidet man sich nun für eine Seite und gibt einen kurzen Zugimpuls auf die auserkorene Leine. Der Impuls sollte gerade stark genug sein, damit der Drachen eine komplette Drehung um 360 Grad auf dem Rücken vollführt. Sobald die Nase wieder vom Piloten wegzeigt, wird auf beiden Leinen gleichzeitig Zug (je nach Drachen auch beherzt) aufgenommen und möglichst senkrecht nach oben weitergeflogen. Alternativ kann man versuchen, nach der Drehung direkt eine oder mehrere weitere Drehungen anzuschließen. Diese Aneinanderreihung nennt man dann Multilazy. (Video-Tutorial: klick mich)

Und auch beim Trickflug (stunt kiting) bewahrheiten sich diese alten Lebensweisheiten: "Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen" und "Nur Übung macht den Meister". Aber wer beharrlich und mit Spaß an der Freud übt, der wird auch schnell Fortschritte machen. Gute Trickdrachen über zwei Meter Spannweite erleichtern den Einstieg und fördern die Fortschritte ungemein, da sie die Tricks langsamer als kleine, hibblige Kites und somit nachvollziehbarer ausführen. Durch die größere Segelfläche brauchen sie oft auch etwas weniger Wind als ihre kleinen Brüder.

Wer dieses Thema vertiefen möchte, der findet viele Anleitungen in Form von Büchern, DVDs oder Videos, die diese Tricks beschreiben und lehren. Alles sehr gute Wege um Tricks für Fortgeschrittene zu erlernen. Wir versuchen auch unseren FAQ*-Block ständig zu erweiteren, wo häufige (Einsteiger-)Fragen beantwortet werden

(Obigen Ausführungen liegt ein englischsprachiger Artikel aus Corey Jensen's Colors of the Wind zu Grunde und sie basieren auf diesem Beitrag.)

* Anmerkung: FAQ = frequently asked questions (Abk. engl.) = häufig gestellte Fragen