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Drachenaufbau und Flugleinen

Für Anfänger ist das erstmalige Starten eines Lenkdrachens und das Behalten der Kontrolle über diesen, annähernd so schwer, wie der Zusammenbau eines Fahrrades und es zum Rollen zu bringen. Nachdem man es jedoch einmal erfolgreich geschafft hat, wird es wesentlich leichter. Zunächst wickelt man die Leinen ab, legt diese der Länge nach aus und man vergewissert sich, das sie exakt gleich lang sind.  Sollte nämlich eine Leine merkbar kürzer sein, so denkt der Drachen, man zieht an dieser Leine und beginnt sich zu drehen. Die Leinenlänge sollte 25-35 m betragen. Kürzere Leinen verringern die Reaktionszeit des Drachens auf die Lenkbewegungen und lassen den Drachen daher für unerfahrene Piloten zu schnell werden. Längere Leinen erschweren das Abschließen von Lenkmanövern.

Nun geht es an den Aufbau des Drachens. Bei neuen Drachen ist oftmals eine Aufbauanleitung dabei. Je teurer der Drachen ist, desto öfters fehlt diese allerdings. Vermutlich gehen die Produzenten davon aus, das sich nur erfahrene Piloten neue hochwertige Drachen zulegen und sparen sich die paar Cent Wink. Auch bei gebrauchten Drachen, welche für Anfänger durchaus empfehlenswert sind, fehlen diese oft. Daher hier eine Komponentenüberischt ohne Gewähr auf Vollständigkeit:

Drachenbezeichnungen_tpt_450

Üblicher Weise gilt es lediglich, die obere Querspreize (OQS), die untere oftmals zweigeiteilte Querspreize (UQS) sowie die StandOffs  in die entsprechenden Verbinder (Aufnahmen) zu stecken. Beginnen wollen wir mit der UQS. Wir gehen in unserem Beispiel hier von einer geteilten Querspreize aus. Es handelt sich dabei um die zwei längeren der drei losen Stäbe, an denen eine oder mehrer Halterungen für die StandOffs angebracht wurden. Meist hat einer dieser Stäbe an einem Ende eine sogenannte Muffe (dünnerer Stab, oft Vollstab) eingeklebt. Diese Muffe ist nun bis zum Anschlag in/durch die Öffnung des Drachenkreuzes zu schieben. Das andere Ende ist fest in den unteren Seitenverbinder zu drücken. Ruhig etwas kräftiger drücken, damit der Stab guten Halt im Verbinder hat. Keine Angst, gute Kohlefaserstäbe halten durchaus etwas aus. Nun den zweiten Stab über die Muffe schieben, die aus dem Kreuz herausragt bzw. ebenfalls in das Kreuz führen. Danach die andere Stabspitze in den Seitenverbinder drücken. Es gibt konische Stäbe, bei denen eine Seite einen geringeren Durchmesser hat. Bei diesen gehört immer das dünnere Ende in den Seitenverbinder. Bei zylindrischen Stäben mit identischen Durchmessern der Stabenden spielt dies keine Rolle. Nun wird die obere Querspreize in die beiden oberen Seitenverbinder eingefügt und durch zusammenpressen der oberen Leitkanten (= lange äußeren Stäbe des Drachens die von der Flügelspitze bis zur Nase führen) in Höhe der OQS in den Verbindern fixiert. Beim Einfügen aller Stäbe bitte stets darauf achten, das die Waageleine frei bleibt und über und keinesfalls hinter den Stäben verläuft. Zu guter Letzt werden die Abstandhalter (StandOffs) mit leichtem Druck in die Halter der UQS gepresst. In den meisten Fällen sind die StandOffs durch etwas Sekundenkleber in den segelseitigen Haltern fixiert. Sollte dem nicht so sein, so sind diese zunächst in die Halterungen am Segel zu stecken und erst dann in die Aufnahmen an den Spreizen. Durch Einhalten dieser Reihenfolge wird das Risiko minimiert, beim Spannen des Segels abzurutschen und mit dem StandOff das Tuch zu durchstoßen. Nun ist der Drachen aufgebaut, das Segel ist gespannt und die Waageleinen verlaufen frei oberhalb des Gestänges. Nun ist es an der Zeit für die nächste Hürde:

Das Anleinen

An den vorderen Enden der Waagehälften befinden sich für gewöhnlich Anknüpfpunkte, die in einem Halt gebenden Knoten enden. Oftmals ist auch eine längere Leine angeknüpft, ein sogenanntes Vorfach, welches bei Wickeltricks den Drachen vor Verletzungen durch die relativ scharfen Lenkleinen schützt. Die Lenkleinen sind nun mittels eines Buchtknotens oberhalb der Sicherungsknoten mit den Waageenden zu verbinden. An den anderen Enden der Leinen werden nun die Lenkschlaufen angebracht. In aller Regel haben diese Schlaufen einen sogenannten Tampen mit einem Knoten am Ende, an dem die Leinen, wiederum mit einem Buchtknoten, angeschlauft werden. Häufig sind die Leinenenden unterschiedlich farbig ummantelt und auch die Tampen der Lenkschlaufen weisen i.d.R. unterschiedliche Farben auf. Sinnvoll ist es, die passenden Farben der Leinen denen der Lenkschlaufen zuzuordenen und zu verbinden. Auch sollte man sich merken, welche Farbe man links (oder rechts) am Drachen angeknüpft hat. Beim nächsten Schritt, dem Drachenstart, nimmt man dann die Lenkschlaufe mit der zur gemerkten Waageseite passenden Farbe in die linke oder eben rechte Hand. Am besten, man gewöhnt sich an, immer die gleiche Farbe links (oder rechts) anzuknüpfen. Hat man das Pech, das die Leinenenden gleichfarbig ummantelt sind, so kann man durch kurzen, nicht zu heftigen Zug an einer Leine feststellen, welche Seite des Drachens sich bewegt. Zieht man links, so sollte sich auch die linke Hälfte stärker bewegen.