Benutzerbewertung: / 3
SchwachPerfekt 

Wie alles begann

Das bin ich:

Name:
Alter:
Ist zur Zeit:
Wohnort:
Heimatort:

Johannes
20
Student
Greifswald
Hamburg

Der Wind hat mich schon immer fasziniert. Dabei waren meine allerersten Drachenerfahrungen alles andere als motivierend:

Mein Vater hatte von Schaulandt („neuerdings“ Medimax, aber damals noch mit weißem Gespenst auf schwarzem Grund) Werbegeschenk-Drachen mit nach Hause gebracht. Ich selbst muss noch ziemlich klein gewesen sein. Aber ich erinnere mich noch an eines: Ein weißes Gespenst auf einem schwarzen Drachen, der vom Wind getragen am Ostseestrand am Himmel flog – leider jedoch in Richtung Meer abdriftete und dort in unerreichbarer Entfernung abstürzte, weil ich vergessen hatte, ihn festzuhalten. Und so sehr ein Kind auch schreit, im kalten Spät-Herbst für einen Billigdrachen in die Ostsee zu steigen, scheinen Eltern für keine allzu gute Idee zu halten.

Das Thema Drachen war danach für mich erst mal durch, stattdessen habe ich nach und nach Wind und Wasser von anderen Perspektiven aus kennen gelernt, war Optis und Cat segeln, habe getaucht, Windsurfen gelernt - oder mich auch einfach mal auf einer Überfahrt von Hamburg (meiner Heimatstadt) nach Helgoland in den Sturm gelehnt (jeder, der die Strecke kennt, weiß, wovon ich spreche).

Der nächste Drachen kam ganz unverhofft als spontanes Geschenk meiner Großmutter bei einem Urlaub auf Norderney: Eine kleine HQ Symphony Beach. Von da an war es irgendwie um mich geschehen. Ich bin zwar eingefleischter Strand-Kiter geblieben (also nicht spontan auf die Wiese gefahren), aber wann immer sich die Möglichkeit am Meer auftat, musste der Drachen mit. Und das, obwohl an einem Großteil der Strände letztlich doch nichts aus dem Fliegen wurde, weil selbst außerhalb der Saison auf das Drachenflugverbot beharrt wird.

Umso eindrucksvoller waren zwei weitere Erfahrungen: Ein Schnupper-Kitesurfing-Kurs in Greifswald und ein windiges Wochenende in St. Peter Ording.

Beim Kitesurf-Kurs konnte ich einmal die wahre Kraft eines Drachen zu spüren bekommen, außerdem hatte ich als Laie meine Symphony nie mit Schlaufen geschweige denn mit Bar geflogen (sondern mit den Leinen-Wickel-Griffen *schäm*). Da ging mir dann ein kleines Licht auf.

In St. Peter Ording wiederum war es geradezu berauschend, einmal mit Drachen nicht etwa der Außenseiter zu sein. Ganz im Gegenteil, dort schienen die Strandgesetze von den Drachenfliegern geschrieben zu werden und Spaziergänger machten respektvolle Bögen um mein Windfenster.

Mit der Entscheidung, in Greifswald – und damit in bequemer Strandreichweite – zu studieren, flammte das Fieber noch stärker wieder auf. Trotzdem war ich immer noch voll und ganz auf Matten eingestellt. Ich kaufte eine HQ Hydra 300, einen gutmütigen Trainer Kite, der mit der dritten Leine auch nach einer Landung auf der falschen Seite noch starten kann und darüber hinaus mehr oder weniger gut wasserstartbar ist.

In Greifswald lebe ich nun schon seit Oktober 2010. Die Entscheidung, mir einen (Trick-) Stabdrachen zu kaufen, fiel aber noch viel später.

Über ein verlängertes Wochenende waren Freunde zu Besuch, die mit einer Wolkenstürmer Lenkmatte angereist waren und diese zum ersten Mal ausprobieren wollten.


Die HQ Hydra 300 am Strand von Eldena - am Tag der Entscheidung

Während ich nun anderen beim Fliegen zusah, wurde mir schlagartig klar, dass mich eine Dreileiner-Lenkmatte auf die Dauer nicht glücklich macht. So schön das routinierte Fliegen auch ist, das Gefühl, etwas Neues zu lernen und sich selbst wachsen zu sehen ist doch noch einmal schöner. So musste also eine neue Herausforderung her; ein neuer Bereich, in dem ich wieder „Einsteiger“ sein kann und an mir selbst arbeiten, dazulernen.

Seit Kurzem hat diese Herausforderung auch einen Namen: Black Pearl.