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SchwachPerfekt 

Ein Kompass, der nicht nach Norden zeigt...

... oder: Die Suche nach dem geeigneten Drachen

Will man als Einsteiger den richtigen Trickdrachen finden, hat man es nicht leicht. Natürlich kann man sich anfänglich einen gewissen Rahmen abstecken, sowohl bezüglich der Frage, was man sich von dem Drachen verspricht, als auch preislich. Sobald man sich ein wenig beliest, wird einem klar: Ganz günstig wird man wohl nicht wegkommen (aber wenn man wie ich vorher schon einige Drachen in den Händen gehalten – und zuvor bezahlt hat – kann man sich das vermutlich auch bereits denken). Aber selbst wenn man dann ein Budget festlegt – in meinem Fall hatte ich einfach mal ganga grob 100 bis 200 Euro festgesetzt – ist man noch lange nicht am Ziel. Es gibt inzwischen so viele Drachenhersteller mit den verschiedensten Modellen, die alle irgendwie den Anspruch haben, "etwas zu taugen", dass man eigentlich gar nicht recht weiß, wo man anfangen soll.

Mein Rat: Am besten hier!

Im blauen Drachenforum war ich schon eine ganze Weile angemeldet, nachdem ich einmal nach Flugrevieren in näherer Hamburger Umgebung gesucht hatte, um meine damals brandneue Hydra probezufliegen. Mit meinem Drachengesuch fühlte ich mich dort wieder ganz gut aufgehoben. Es gibt auch viele Artikel und Beiträge speziell für drachensuchende Anfänger. Allerdings gibt es unter den Trickfliegern keine Einigkeit, welches "der beste Drachen" oder auch nur "der optimale Drachen für Einsteiger" sei. Es gibt selbstverständlich Faustregeln, z.B.: "Wer billig kauf, kauft zwei mal", oder "Große Drachen erleichtern den Einstieg".

Oft liest man auch: "Geh Probefliegen! Den richtigen Drachen musst du für dich selbst finden, in deinem Preissegment gibt es keine guten oder schlechten Drachen, taugen tun sie alle was, sie fliegen sich nur alle sehr unterschiedlich!". Da fiel mir ein Zitat aus einem der Artikel für Anfänger ins Auge, der es meiner Meinung nach voll auf den Punkt bringt:

"Du kannst aber gar nicht Probefliegen, weil Du
- erstens nicht weist, worauf es ankommt und
- zweitens den Drachen noch nicht in die entsprechenden Fluglagen bringen kannst. "

(Zum Nachlesen: den ganzen Text gibts hier)

Trotzdem war mein Thread im Forum der Durchbruch fĂĽr die Entscheidung. Nur dadurch, dass ich ganz allgemein nach Einsteigerdrachen gefragt hatte, trudelten nach kĂĽrzester Zeit drei Angebote fĂĽr gebrauchte Drachen in mein Postfach. Unter ihnen war auch die Black Pearl.

Viele Stunden hatte ich mich über die verschiedensten Drachen zu informieren versucht, Tests gelesen, Videos gesehen – die Black Pearl war mir dabei nicht ein einziges Mal begegnet. Aber aus irgendeinem Grund traf mein Gehirn – fast ohne Rücksprache mit meinem Bewusstsein – binnen kürzester Zeit eine Entscheidung. Irgendetwas hatte dieser Drachen an sich, der mich ohne zu zögern "Ja" sagen ließ. Es waren keine rationalen Argumente, keine besonders hervorzuhebenden Eigenschaften, nicht die Farbe oder das Design. Es war einfach das Gefühl, dass die Black Pearl "die Richtige" für mich wäre.

Einige Tage später – und früher als ich erwartet hatte – stand plötzlich der Postbote mit einem Paket vor meiner Tür, das ungefähr so groß war, wie ich (das ist für mich schon ein ungewöhnlicher Anblick, ich bin immerhin 1,90m groß). Kaum hatte ich ihm meine Unterschrift gegeben und die Tür geschlossen, war ich auch schon dabei, den Karton zu öffnen.

Zum Vorschein kam ein dunkelgrauer Drachenköcher. Doch auch der konnte mich nicht aufhalten. Hier auf Adverkiting hatte ich natürlich schon lange im Vorraus gelernt, wie man einen Stabdrachen aufbaut und so machte ich mich sofort ans Werk – was sich bei meinem nicht allzu großen Wohnzimmer schon recht schwierig gestaltete. Belohnt wurde ich mit einem wirklich beeindruckenden Anblick:


Wer braucht schon einen Fernseher

Nun kann es losgehen!