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Frage: Ich bin Anfänger beim Lenkdrachenfliegen. Bei einer Trickflugbeschreibung stand, das man diesen Trick bei stärkerem Wind zunächst am Rande des Windfensters üben solle. Was genau muß ich unter einem Windfenster verstehen?

Antwort: Am besten man stellt sich das Windfenster als eine halbierte Käseglocke vor, die senkrecht direkt oberhalb des Piloten durch den Zenit sowie rechts und links durch den sogenannten Windfensterrand begrenzt wird. Der Radius wird durch die Leinenlänge bestimmt. Das Windfenster bezeichnet also den Flugbereich in dem ein Drachen ohne Eigenbewegung fliegen kann ohne das es zum Strömungsabriss kommt, der den Drachen gen Boden zwingt. Die Größe des Windfensters variiert je nach Windgeschwindigkeit und Beschaffenheit des Drachens. Nachstehende Abbildung soll dies veranschaulichen, wobei diese eher als Verstehenshilfe, denn als physikalisch korrekte Darstellung zu sehen ist. Die Bereiche sind willkürlich gewählt, entsprechen aber in etwa dem, was der Pilot erfliegen wird:

Windfenster

Spürt der Lenkdrachen-Pilot den Wind direkt von hinten, so befindet sich mittig das Windzentrum, auch Powerzone genannt. In der Powerzone ist der Segeldruck am größten und nimmt stetig weiter ab, je näher man dem Windfensterrand oder dem Zenit kommt. Erreicht man den Windfensterrand oder fliegt darüber hinaus, so wird der Drachen wegen des Strömungsabrisses langsam herunterfallen, sofern man ihn nicht durch Eigenbewegung davon abhält. Dies ist für Einsteiger ohne ausreichend Landeroutine sehr von Vorteil, da man dort den Drachen sanft zu Boden gleiten lassen kann. Bei stärkerem Wind macht man am besten noch einige Schritte auf den Drachen zu, um so den Druck im Segel weiter zu verringern.

Bei wenig bis "normalem" Wind ist die Powerzone der zu bevorzugende Flugbereich. Herrscht jedoch stärkerer Wind, so läßt sich manches Manöver in Windfensterrandnähe wesentlich besser durchführen.